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Frank Möbus
Projekte
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10 Jahre
"Der Rote Bereich"
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Rote Bereich
Carlos Bica's
Azul
Erdmann
3000
Yuri Honing:
Wired Paradise
Dejan Terzicīs Underground
Rainer Tempel Eleven
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Nicht dass die Herren mit den komischen Anzügen, den hoch gestellten
Krägen und den langen Koteletten mittlerweile ergraute Jubilare
wären, aber dennoch: Der Rote Bereich wird 10 Jahre alt und
sie haben allen Grund zum Feiern: Der Rote Bereich gilt nicht erst
seit gestern aufgrund seiner eigenwilligen Musik, seines anarchistischen
Humors, seinerintelligenten Arrangements und seines originellen
Sounds "als wichtigster Vertreter des deutschen Avantgarde-Jazz"
(Tagespiegel) - auch wenn die eben erwähnten Herren selbst
den Begriff Avantgarde nur akzeptieren würden, steckt man sie
damit nicht in irgendeine musikalische Schublade.
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Der Rote Bereich wurde 1992 von Gitarrist Frank Möbus und dem
Bassklarinettisten Rudi Mahall
in Nürnberg als Quintett-Formation mit dem amerikanischen Jazzposaunisten
Marty Cook, Henning Sieverts am Bass und Jim Black, dem Drummer aus
der New Yorker Knitting-Factory-Szene, mit dem Frank Möbus bis
heute in Carlos Bicas Gruppe "Azul" zusammenarbeitet, gegründet.
Bei allen Umformierungen, die die Gruppe seitdem erfahren hat, prägten
doch Frank Möbus und Rudi Mahall von Beginn an mit ihrer kreativen
Suche nach frischem Klang, ihren doppelbödigen, von Pop und Rock
ebenso wie von Jazz und Zwölfton-Musik geprägten Kompositionen
und ihrer sehr individuellen, energiegeladenen Spielweise den unverwechselbaren
Sound der Band, fernab jeglicher Konventionen, Klischees und kommerziellen
Erwägungen. Sie räumen radikal mit eingefahrenen Hörgewohnheiten
auf, verblüffen immer aufs Neue mit überraschenden Rhythmuswechseln,
unerwarteten Harmonieverschiebungen oder subversiv-ironischen Umdeutungen
und haben dadurch auch ein junges
Publikum für sich gewonnen, das Jazzkonzerten sonst eher reserviert
gegenübersteht.
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Die erste Veröffentlichung der Gruppe mit dem lakonischen Titel
Der Rote Bereich 1 erlebte ihre Live-Premiere 1992 bei Jazz Ost West
und wurde sogleich ob "origineller Stücke, inspirierter
Soli und Klang-Überraschungen en gros ... als Entdeckung dieses
Festivals" gefeiert (Nürnberger Nachrichten), ja sogar als
Musik "auf der Ebene internationalen Spitzenniveaus" (Hifi
Magazin) eingestuft. Von Anfang an tourten sie auf den großen
Festivals, machten unzählige Rundfunkproduktionen und avancierten
mit ihrer ausgesprochen individuellen Handschrift schnell zum Gegenmodell
konventioneller Jazzmusik. |
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Als drei Jahre später Der Rote Bereich 2 nachfolgte
- die Besetzung hatte sich zu einem
Quartett
umformiert, der Bass verschwand und Hal Crook, langjähriges Mitglied
des Phil Woods Quintetts, trat an die Stelle von Marty Cook -, stellte
das Magazin 'Jazzpodium' bewundernd fest: "Seit ihrer ersten
Entdeckungsreise in die Grenzbereiche auskomponierter und improvisierter
Klänge genießt die Band ... wahren Kultstatus. In ganz
Deutschland gibt es derzeit kaum eine vergleichbar vielschichtige,
erstaunlich simple, erfrischend selbstironische
und zu jeder Sekunde interessante Musik." |
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1998 - Möbus und Mahall waren mittlerweile nach
Berlin gezogen - trat John Schröder an die
Stelle von Jim Black und auf die Posaune wurde fortan verzichtet.
Der Rote Bereich 3 erschien. In den nächsten beiden Jahren unternahm
das Trio Tourneen quer durch Europa, war Gast auf so wichtigen Festivals
wie dem Bell Atlantic Jazzfestival in New York, dem JazzFest Berlin,
dem Amsterdam Jazzfestival oder der Triennale Köln, tourte im
Auftrag des Goethe-Instituts einen Monat lang durch Afrika und wurde
von Jazzthetik als "eine der spannendsten Jazzformationen Deutschlands"
gepriesen. |
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2001 sollte ein äußerst erfolgreiches Jahr werden. Waren
bisher alle Alben bei Jazz4Ever erschienen, so wurde im Januar desselben
Jahres die erste Produktion für das Label ACT veröffentlicht:
Love me tender (ACT 9286-2). Der Rote Bereich ging auf immer ausgedehntere
Tourneen, spielte auf den großen Festivals in Montreux oder
Istanbul, tourte auf Einladung von "Jeunesse musicale"
durch Österreich, erhielt das Kulturstipendium der Stadt Nürnberg
- und stürmte regelrecht das Feuilleton der deutschen Presse,
von der ZEIT bis zur FAZ waren sich die Kritikerstimmen einig wie
selten: "Die drei Berliner sind mit das Schönste, was
man derzeit im Jazz hören kann" (Frankfurter Rundschau),
"auf dem Weg zur Weltspitze" (Tagespiegel), "Musik
von klugen Geistern" (Die Welt) .. .
Bei aller Kontinuität entwickelte sich die Musik weiter und
ihre konzeptionelle Veränderung durch die neuen Kompositionen
von Frank Möbus machten 2002 eine letzte Umbesetzung nötig:
John Schröder wurde von Oliver Bernd Steidle, der seit Jahren
in der Berliner Jazz-Szene aktiv ist und als eins der großen
deutschen Talente an diesem Instrument gilt, am Schlagzeug abgelöst.
Und so nahmen die drei im März diesen Jahres ihre neueste Produktion
auf: "Risky Business" (ACT 9407-2), das mittlerweile fünfte
Album des Roten Bereichs, wird Ende Juni 2002 veröffentlicht
und könnte zu einem Meilenstein in der Entwicklung der Gruppe
werden.
"Gegen die Langeweile
kämpfen Götter selbst vergebens" - doch, mit Verlaub,
hier irrt Nietzsche, denn er kannte den Roten Bereich nicht. Auf
dem humorigen Infoblatt zu ihrer allerersten CD hieß es: "Musik
hat mit dem Leben zu tun, aber das Leben nicht notwendigerweise
mit Musik" - und das hört man. Ebenso wie den "Spaß
an musikalischem Ernst", der ihre "seltsame" Musik
(wie sie selbst sie gerne beschreiben), zu einem ebenso intellektuellen
wie sinnlichen zeitgenössischen Jazz-Abenteuer macht, bei dem
einem ganz sicher in keinem Augenblick langweilig wird ...
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